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Die Vergegenwärtigung des Atems | Die Metta-Bhavana oder Liebende-Güte-Meditation

Die Vergegenwärtigung des Atems

Eine in der buddhistischen Tradition sehr weit verbreitete Meditationsübung ist die "Vergegenwärtigung des Atems", die oft auch "Achtsamkeit beim Atmen" genannt wird. Der Atem ist ein sehr vielschichtiges Meditationsobjekt. Häufig empfinden wir ihn als angenehm und entspannen uns, wenn wir ihn uns bewusst machen. Er erinnert uns an die eigene Lebendigkeit und mit jedem Atemzug stehen wir im Austausch mit unserer Umwelt. Zudem ist er wie ein Barometer unserer Stimmungen, da ein Wechsel in unseren Gefühlen fast immer unseren Atemrhythmus verändert.

Es gibt viele verschiedene Variationen diese Meditation zu lehren. Wir unterrichten sie in vier Stufen, die dazu dienen, unseren Geist sanft zu mehr Gewahrsein hinzuführen. Zunächst setzen wir uns in Meditationshaltung, schließen die Augen und verwenden etwas Zeit darauf, uns unseres Körpers und unserer Gefühle bewusst zu werden, um uns dann unserem Atem zuzuwenden.

In der 1. Stufe zählen wir unsere Atemzüge nach jeder Ausatmung. Das heißt, wir atmen ein und atmen aus und lassen dann innerlich ganz sanft im Hintergrund eine Zahl "fallen". Wenn wir bei zehn angekommen sind, fangen wir wieder bei eins an. Der Atem ist immer im Vordergrund, die Zahl dient nur als Anker. Wenn wir feststellen, dass wir abgeschweift sind, fangen wir wieder bei "eins" mit dem Zählen an.

In der 2. Stufe sind wir schon etwas gesammelter und versuchen vor dem Einatmen zu zählen. Ansonsten gilt dasselbe wie bei der 1. Stufe.

In der 3. Stufe lassen wir das Zählen los und sind uns einfach nur des Kommens und Gehens unseres Atems bewusst. Wir schwingen mit im Atemfluss. Wir sind ein atmender Körper.

In der 4. Stufe lenken wir unsere Aufmerksamkeit ganz sanft auf den Punkt, an dem wir spüren, wie der Atmen in unseren Körper eintritt. Meist ist das irgendwo an der Nasenspitze oder der Oberlippe. Wir erforschen die Empfindungen an diesem Punkt, an dem die Atemluft vorbei streicht auf ihrem Weg in und aus unserem Körper. In dieser Stufe kann sich unsere Sammlung und unser Fokus noch vertiefen. Vorsicht: wenn sich ein Gefühl der Enge einstellt, lieber wieder zu Stufe 3 zurückkehren.

Zum Abschluss lösen wir unsere Aufmerksamkeit vom Atem und nehmen zunächst unseren ganzen Körper war. Dann werden wir uns unserer Umgebung bewusst. Wenn wir wollen, können wir leicht unseren Kopf oder unsere Hände bewegen und öffnen dann wieder die Augen.